Volkswagen Group und Elli bringen Vehicle-to-Grid-Laden in den Volumenmarkt
- Elli präsentiert gemeinsam mit Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge und CUPRA zur Power2Drive ein integriertes Produktpaket für bidirektionales Laden in Deutschland.
- Das Angebot verbindet kompatible E-Fahrzeuge, den Elli BiDi Charger, den Volkswagen Naturstrom V2G Flow Tarif sowie die Elli BiDi App und ermöglicht so erstmals die aktive Teilnahme am Energiemarkt über das eigene E-Fahrzeug
- Elektroautos werden zu Stromspeichern und somit zu einem wichtigen Erfolgsfaktor für die europäische Energiewende. Rund eine Million bidirektional vorbereitete MEB-Fahrzeuge des Volkswagen Konzern in Europa bilden die technische Grundlage für den stufenweisen Markthochlauf.
Wolfsburg/München, 23. Juni 2026 – Die Volkswagen Konzerntochter Elli geht den nächsten großen Schritt für das Energie-Ökosystem von E-Fahrzeugen und führt Vehicle-to-Grid-Laden zur Marktreife. Gemeinsam mit den Marken Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge und CUPRA präsentiert Elli zur Power2Drive (Internationale Leitmesse für Elektromobilität) in München, wie bidirektionales Laden in ein skalierbares, kundennahes und energiewirtschaftlich integriertes Angebot zeitnah überführt wird. Das neue Produktpaket richtet sich zunächst an Kundinnen und Kunden in Deutschland und besteht aus einem Elli Bidi Charger, dem Volkswagen Naturstrom V2G Flow Tarif, sowie der Elli BiDi App, welche den Zugang zum Energiemarkt ermöglicht. Ab Messestart können sich Interessierte für das künftige Angebot unverbindlich registrieren.
Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik der Volkswagen AG:
„Der Unterschied zwischen Verbrenner und Elektroauto zeigt sich künftig nicht nur beim Antrieb. Das Elektroauto wird Teil eines digitalen Energie- und Mobilitätssystems: Es kann Strom speichern, gesteuert laden, Energie zurückgeben und damit auch während der Parkzeit wirtschaftlichen Mehrwert schaffen. Mit Vehicle-to-Grid machen wir diesen Vorteil für Kundinnen und Kunden nutzbar. Der Volkswagen Konzern verfügt mit der MEB-Basis, standardisierten Fahrzeugplattformen, Software und der Energiekompetenz von Elli über die Voraussetzungen, diese Technologie über viele Marken und Modelle hinweg in den Volumenmarkt zu bringen.“ Vehicle-to-Grid beschreibt die Rückspeisung von Energie aus der Fahrzeugbatterie in das Stromnetz. Damit kann ein Elektrofahrzeug künftig nicht nur Strom laden, sondern in definierten Zeitfenstern auch verfügbare Energie bereitstellen. Für Kundinnen und Kunden entsteht dadurch die Möglichkeit, Energiekosten zu sparen. Für das Stromsystem kann zusätzliche Flexibilität entstehen, wenn viele Fahrzeuge, Ladepunkte und Tarife intelligent gesteuert werden. Grundlage für den Markthochlauf ist die Kombination aus einer bereits im Feld befindlichen MEB-Fahrzeugflotte, konzernweiten Plattformstandards, den Kundenschnittstellen der Marken sowie Elli als Energie-Experte des Konzerns. Bereits heute befinden sich rund eine Million Konzernfahrzeuge auf MEB-Plattform auf den Straßen Europas, davon rund 360.000 in Deutschland, die technisch für bidirektionales Laden vorbereitet sind und damit eine sukzessive Skalierung über mehrere Marken, Modelle und Märkte ermöglichen.
Vehicle-to-Grid als neue Mehrmarken-Angebot in Deutschland
Zum Start richtet sich das Angebot an Kundinnen und Kunden der Marken Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge und CUPRA in Deutschland. Weitere Konzernmarken und Märkte (unter anderem Frankreich und UK) werden perspektivisch angeschlossen, sobald technische, regulatorische und produktseitige Voraussetzungen erfüllt sind.
Das Produktpaket umfasst kompatible Elektrofahrzeuge, eine DC-bidirektionale Wallbox, den sogenannten Elli BiDi Charger, einen neuen Volkswagen Naturstrom Tarif, die Elli BiDi App zur Steuerung, sowie die energiewirtschaftliche Optimierung im Hintergrund.
Vorgesehen sind Fahrzeuge ab ID. Software 3.5 mit einer Batteriekapazität ab 77 kWh sowie alle ID. Modelle mit ID. Software 6. Damit adressiert Volkswagen sowohl einen Großteil der bestehenden Fahrzeugflotte als auch künftige Volumenmodelle auf MEB-Basis.
Die Nutzung ist auf einen einfachen Ablauf ausgelegt: Nutzerinnen und Nutzer schließen ihr Fahrzeug zu Hause an den kompatiblen Elli BiDi Charger an. Über die App können sie festlegen, wann das Fahrzeug mit welchem Mindestladezustand wieder verfügbar sein soll. Die verfügbare Standzeit kann energiewirtschaftlich genutzt werden. Das Fahrzeug bleibt damit in erster Linie Mobilitätslösung und kann zugleich verfügbare Batteriekapazität für Flexibilität im Energiesystem bereitstellen.
Im ersten Vertragsjahr ist nach aktueller Planung ein Bonus von bis zu 720 Euro möglich¹.
Silke Bagschik, Head of After Sales & Customer Interaction, Volkswagen AG: „Unser Anspruch ist, eine komplexe Technologie so zu übersetzen, dass sie im Alltag verständlich und nutzbar wird. Kundinnen und Kunden sollen nicht einzelne Bausteine zusammensuchen müssen, sondern ein integriertes Angebot erhalten: Fahrzeug, Wallbox, Stromtarif und App gibt es bei einem Anbieter. Auch für den Zugang zu einem Smart Meter vermittelt Elli einen Partner. So wird aus der technischen Fähigkeit des bidirektionalen Ladens ein konkreter Kundennutzen.“
Elli als konzerneigene Marke verbindet Fahrzeug, Ladeinfrastruktur und Energiemarkt
Elli übernimmt die Rolle des Energiemanagers des Konzerns und bündelt die operative Umsetzung: energiewirtschaftliche Integration, die Entwicklung und den Betrieb der App-Steuerung, die Tariflogik, die Optimierung im Hintergrund, die Aggregation verfügbarer Batteriekapazitäten sowie die Vermarktung von Flexibilität. Das Unternehmen bringt dafür Erfahrung aus Heimlade-Services, Energiegeschäft und Stromhandel ein.
Giovanni Palazzo, CEO Elli:
„Die Energiewende braucht Speicher und viele davon stehen bereits in den Garagen unserer Kundinnen und Kunden. Mit Vehicle-to-Grid machen wir die Batterie des Elektroautos erstmals zu einem aktiven Bestandteil des Energiesystems. Elli bündelt verfügbare Batteriekapazitäten, verbindet sie mit dem Energiemarkt und macht daraus steuerbare Flexibilität in Form eines virtuellen Kraftwerks. Dadurch entsteht ein vernetztes Energie-Ökosystem, das Kundennutzen und Systemnutzen zusammenbringt.“
The Mobility House Energy als Technologiedienstleister
Für den Markthochlauf von Vehicle-to-Grid greift Elli teilweise auf die Technologie von The Mobility House Energy zurück. Das Unternehmen bündelt mit seiner FlexEngine-Plattform die verfügbaren Batteriekapazitäten und stellt die bidirektionale Ladestation zur Verfügung. The Mobility House Energy verfügt über langjährige Erfahrung bei der Integration von Elektrofahrzeugen in internationale Energiemärkte sowie bei der kommerziellen Umsetzung von Vehicle-to-Grid- und Flexibilitätslösungen in Europa.
Wirtschaftliche Einordnung
Der Ausbau erneuerbarer Energien verändert die Anforderungen an das Stromsystem grundlegend. Wind- und Solarenergie stehen nicht jederzeit dann zur Verfügung, wenn Strom benötigt wird. Gleichzeitig wächst der Bedarf an flexiblen Speichern. Fahrzeugbatterien gelten deshalb als eine der größten bislang ungenutzten Energieressourcen Europas.
Allein die bereits heute bidirektional vorbereiteten MEB-Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns verfügen zusammen über mehrere Dutzend Gigawattstunden potenzielle Speicherkapazität. Vehicle-to-Grid ermöglicht es erstmals, diese Kapazität schrittweise intelligent in das Energiesystem einzubinden. Aus einzelnen Fahrzeugen kann damit ein vernetzter Speicherverbund entstehen.
Das langfristige Zielbild von Elli ist es, verfügbare Batteriekapazitäten aus Fahrzeugen sowie zentrale und dezentrale Speicher zu bündeln und als virtuelles Kraftwerk energiewirtschaftlich nutzbar zu machen. Elli kann diese Flexibilität aggregieren, steuern und an Energiemärkten vermarkten. Damit entsteht ein neues Geschäftsmodell an der Schnittstelle von Elektromobilität und Energie: Kundinnen und Kunden stellen innerhalb definierter Rahmenbedingungen verfügbare Batteriekapazität bereit, Elli übernimmt die operative Steuerung und energiewirtschaftliche Optimierung.
Studien von Fraunhofer ISI und Fraunhofer ISE für Transport & Environment beziffern das mögliche Einsparpotenzial durch bidirektionales Laden in Europa auf bis zu 22 Milliarden Euro geringere jährliche Systemkosten im Jahr 2040 und kumuliert rund 175 Milliarden Euro zwischen 2030 und 2040. Gleichzeitig wurden allein in Deutschland im Jahr 2024 rund 9.374 GWh erneuerbare Energien abgeregelt, die perspektivisch besser genutzt werden könnten. Diese Energiemenge hätte rechnerisch ausgereicht, um rund drei Millionen batterieelektrische Fahrzeuge ein Jahr lang zu betreiben. (Fraunhofer ISE/ ISI on behalf of Transport&Environment (2024), "Potential of a full EV-power-system integration in Europe & how to realise it“)
Vorregistrierung ab Power2Drive
Ab Start der Power2Drive können sich interessierte Kundinnen und Kunden auf der Elli Website für das Vehicle-to-Grid-Angebot registrieren. Die Registrierung dient der unverbindlichen Vormerkung über die nächsten Schritte. Der geplante Bestellstart ist Ende des Jahres. Registrierte Kundinnen und Kunden werden informiert, sobald die Bestellung der DC-bidirektionalen Wallbox und der Abschluss des Volkswagen Naturstrom V2G Flow Tarifs möglich sind.
¹ Der Ansteckbonus basiert auf der Dauer, in der das Fahrzeug im V2G-Modus an einer kompatiblen DC-bidirektionalen Wallbox angeschlossen ist. Bei 250 Stunden Ansteckzeit pro Monat kann ein maximaler Ansteckbonus in Höhe von 60 EUR pro Monat des ersten Vertragsjahres bzw. von insgesamt 720 € im ersten Vertragsjahr erzielt werden, wobei eine Mindestladezeit von drei Stunden pro Ladevorgang erforderlich ist, damit ein Ladevorgang für die Berechnung des Ansteckbonus berücksichtigt wird. Voraussetzung für die Auszahlung ist ein aktiver Volkswagen Naturstrom V2G Tarif sowie die Verknüpfung mit der Ell BiDi App. Der hier ausgelobte Ansteckbonus wird nur einer begrenzten Anzahl von Kunden gewährt; die verbindliche Berechtigung für das Erzielen des Ansteckbonus erfolgt nur im Fall der Vertragsbestätigung zum Volkswagen Naturstrom V2G Flow Tarif.